Oh je, düsse Naobers

Auf dem Programm stand diesmal ein Lustspiel in drei Akten von Thomas Gehring, das es in sich hatte: "Zickenkrieg am Grundstückszaun"!

Seit einiger Zeit wohnen die Familien Helmig und Schorn nebeneinander. Die beiden Frauen kennen sich allerdings schon länger und sind alles andere als gut aufeinander zu sprechen; jede sich bietende Möglichkeit wird wahrgenommen, um der Gegenseite eins auszuwischen. Und die Ehemänner, obwohl sie sich ansich gut verstehen, werden - um des häuslichen Friedens willen - in den Nachbarschaftskrieg hineingezogen. - Beide Seiten sichern sich Unterstützung, die Schorns beim Freund ihrer Tochter, einem Meister der Selbstverteidigung, und die Schorns bei einem Oberst a. D., der mit strategischen und taktischen Überlegungen die "Kampfhandlungen" vorwärtstreibt.

In diese Situation tritt die Bürgermeisterin, deren Interesse durch den Fund eines vermeintlich römischen Ziegels zwischen den Grundstücken der verfeindeten Nachbarn geweckt wird. Da sie zugleich Hobby-Archäologin ist, wittert sie eine touristische Einnahmequelle für die Gemeinde und lässt erkennen, dass sie gemeindlichen Eigenbedarf anmelden könnte.

Angesichts dieser "Gefahr" kommt es letztlich zur Aussöhnung der streitbaren Nachbarn, unterstützt von der "Oma Helmig", die den Fund des römischen Ziegels auf einfache Weise zu erklären weiß.

Die Besucher, die auch in diesem Jahr wieder in großen Scharen gekommen waren, erlebten einen vergnüglichen und heiteren Abend, denn Spielleiterin Elisabeth Schönhoff hat mit der Auswahl des Stücks und ihrer Regie erneut ihr "glückliches Händchen" bewiesen. Karin Mayland und Michael Bensmann als Edeltraud und Heinz Helmig sorgten gleich zu Beginn für einen Knalleffekt, als sie die Rosen aus dem Blumenkübel der Nachbarn sprengten.

Monika Börger und Werner Kemper als Anna und Arthur Schorn revanchierten sich, indem sie ein rohes Ei gezielt durchs Küchenfenster der Gegenseite warfen und auf der Bluse der Hausfrau zerplatzen ließen.

Ihrerseits auf Vergeltung bedacht bekam diese Unterstützung von Oberst a. D. August von Hoppel, gespielt von Albert Schönhoff. Seine "Kriegsführung" fand ihren Höhepunkt in dem Geschosshagel, der über dem Nachbargrundstück niederging: händeweise flogen die "Bölkes" (Bonbons). Anne Dillmann als Marie Schorn fühlte sich angesichts der kampfeslustigen Mutter sichtlich unwohl, sorgte aber mit ihrem Freund Joachim Eimer dafür, dass auch die Schorns eine Verteidigungslinie aufbauten; Raphael Ehrenbrink, der in diesem Jahr erstmals auf der Bühne stand, überzeugte mit den "Trainingsstunden" in fernöstlicher Selbstverteidigung. Als Bürgermeisterin sah sich Anne Plogmann dem Gezänk der Nachbarn ausgesetzt. Als "ruhender Pol" sorgte Hedwig Bensmann alias Ottilie Helmig letztlich für den friedlichen Ausklang des Abends. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, - Spieler, Bühnenbauer, Techniker und Helfer, die allesamt wieder einmal hervorragend waren.