Das Kolpingwerk in Tansania

Als im September 2016 ein schweres Erdbeben die Region um den Viktoria-See erschütterte, wurde auch die Stadt Bukoba in Mitleidenschaft gezogen, in der das Kolpingwerk Tansania sein Nationalbüro und mehrere Ausbildungseinrichtungen hat. Unter anderem wurden die Kolping-Schule St. Joseph und  Wohnhäuser von Kolping-Mitarbeitern erheblich beschädigt und sind z. T. nicht mehr nutzbar.

Diese Katastrophe war für unsere Kolpingsfamilie der Anlass, Walter Mahr vom Diözesanverband Hamburg einzuladen, um uns über Tansania, das dortige Kolpingwerk und seine Arbeit zu informieren. Über lange Jahre hinweg förderte und koordinierte die Partnerschaftarbeit des Hamburger Diözesanverbandes mit dem Partnerverband in Tansania. Bei seinen zahlreichen Besuchen dort konnte er Land und Leute kennenlernen, Einblicke in die soziale, wirtschaftliche und politische Situation gewinnen und zahlreiche der durch das Interntionale Kolpingwerk geförderten Projekte besuchen.

Auch wenn das Land eine hohe Quote von Analphabeten habe, so bemühe man sich vor allem um die Bildung. "Für afrikanische Verhältisse ist das dortige Bildungswesen relativ gut. Die Absolventen verlassen deshalb nicht den Kontinent, sondern sie bleiben in Ostafrika, um hier zu studienren." Insgesamt - so der Referent - glaubt er daran, dass Tansania die Chance auf eine positive Entwicklung habe. Dazu müssten aber einige Rahmenbedingungen passen: Die Bildungsbemühungen müssten beibehalten und ausgebaut werden, die führenden Eliten müssten weiterhin verhalten regieren und die auch hier bestehende Korruption müsste beseitigt werden. Nicht zuletzt sollte, um Afrika überhaupt eine Chance zu geben, das Weltwirtschaftssystem an die Bedeürfnisse gerade dieses Kontinents angepasst werden.

Auch wenn er das Amt des Partnerschaftsbeauftragten im Diözesanverband Hamburg nicht mehr inne hat, plant Walter Mahr wieder einen längeren Aufenthalt in Tansania. "Ich schätze vor allem die Menschen dort. Sie haben eine positive Grundhaltung, sind herzlich und gastfreundlich. Und obwohl die Bevölkerung in etwa zugleichen Teilen christlich und muslimisch ist, gibt es hier keine Konflikte. - Im Namen unserer Kolpingsfamilie bedankte sich Ludger Brauckmann bei Walter Mahr für seine Ausführungen und überreichte ein kleines Präsent.