"Reden wir über Kolping und Benin"

Unter diesem Titel hatte unsere Kolpingsfamilie am 18. Oktober zu einem Themenabend über das Kolpingwerk in Benin eingeladen. Der Kaplan unserer Pfarreiengemeinschaft, Coffi Régis Akakpo, hatte sich bereiterklärt, über sein Heimatland und das dortige Kolpingwerk zu berichten. Den Sommerurlaub in Benin hatte er dazu genutzt, um mit zahlreichen Vertretern des Verbandes in Benin zu sprechen und sich über den neuesten Stand der Kolpingarbeit dort zu informieren.

Im internationalen „Index für humane Entwicklung“ der Vereinten Nationen rangiert das kleine westafrikanische  Benin auf Platz 165 von 187 Ländern. Die Wirtschaft ist weitestgehend landwirtschaftlich ausgerichtet, Bodenschätze sind nicht vorhanden. Dementsprechend gehört die frühere französische Kolonie (seit 1960 unabhängig) zu den ärmsten Ländern der Welt. Amtssprache ist Französisch, daneben gibt es eine Reihe von Stammessprachen. Überwiegend ist die Bevölkerung christlich (42%), daneben gibt es Muslime (29%) und Angehörige traditioneller Religionen (25%) als vorwiegende religiöse Gruppierungen.

Seit seiner Gründung im Jahre 1991 bemüht sich Kolpingwerk in Benin darum, drei Schwerpunkte in seiner Arbeit umzusetzen: Spiritualität, Arbeiten und Helfen. Zu dem weitgefassten Begriff Spiritualität gehört der gemeinsame Besuch des Sonntagsgottesdienstes ebenso wie das gemeinsame Bibelgespräch oder das Befassen mit Adolph Kolping und seinem Werk. „Und jedes Jahr gibt es eine gemeinsame Wallfahrt der Kolpingsfamilien zu einem Marienwallfahrtsort in unserem Land“, so Kaplan Coffi.

Zum Begriff Arbeiten zählen auch die zahlreichen Schulungen, die der Verband anbietet, um seinen Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, sich aus eigener Kraft wirtschaftlich erfolgreich zu betätigen, z. B. ihre kleine Landwirtschaft zu verbessern oder mit Kleintierhaltung ein besseres Einkommen zu erzielen.

Unter dem Begriff Helfen wird verstanden, untereinander und in der Nachbarschaft darauf zu achten, dass dem, der es nötig hat, geholfen wird. Dazu gehört auch, dass man einen monatlichen Beitrag entrichtet, mit dem die Kolpingsfamilie in finanziellen Notlagen Unterstützung gewähren kann. Und dort, wo die Geldmittel zu solchen Beiträgen nicht da sind, werden der Kolpingsfamilie eben Naturalien zur Verfügung gestellt. Wenn es in Benin heute die weltweit einzige Pfarrgemeinde „Seliger Adolph Kolping“ gibt, so ist das nur ein Zeichen für die positive Entwicklung des Kolpingwerkes dort. Aus Privatinitiativen wie auch aus verbandlichen Bemühungen des Internationalen Kolpingwerkes sind zahlreiche „Kolpingprojekte“ entstanden: Toilettenanlagen ebenso Wasserstellen oder Krankenstationen. Und es gibt eine Vielzahl von „Baustellen“, wo dringend Hilfe benötigt wird, um den Menschen in einem der ärmsten Ländern der Welt „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu geben.

Kaplan Coffi bei seinen Erläuterungen